Kirmeslexikon
AALER MAAT
(Alter Markt) Stätte der Glückseeligkeit am 2.
Wochenende im August, wenn dort feierlich die Kirmes eröffnet wird.
AALSTÄRRER
(Altstädter) Befreundete Bewohner eines vor langer Zeit
eingemeindeten Stadtteils von Hachenburg. Mit ihnen werden beim Frühschoppen
am Kirmesmontag
Höflichkeiten ausgetauscht.
AASCHLESCHER
(Gesäßvertiefungen) Standardausdruck unseres viel zu
früh verstorbenen Ehrenekels Erich Lang.
AUSROOFEN
Das Ausrufen der Kirmes am Samstag Morgen, das sich bis
in die späten Nachmittagsstunden hinziehen kann und welches den einen oder
anderen Teilnehmer
(bedingt durch unkontrollierte Flüssigkeitszufuhr) schon daran gehindert
hat, an der offiziellen Eröffnung der Kirmes teilzunehmen.
BREZELZUG
Festzug am Sonntag mit befreundeten Vereinen, Kapellen
und natürlich den Kindern, welche die Brezeln tragen. Diese werden nach dem
Eintreffen im Festzelt kostenlos verteilt. (Die Brezeln, nicht die Kinder)
BRUTSCH
Anlassbezogener negativer Gesichtsausdruck. Meist
verwendet von Altstädter Mitbewohnern beim verbalen Schlagabtausch während
des Montagsfrühschoppens.
BURSCHGAADEN
(Burggarten) aktueller Standort des Festzeltes,
außerdem Ausweichmöglichkeit für verliebte Pärchen, die dem Trubel des
Festes entrinnen möchten.
DEBBEN
(Topf) Teil des Krautordens.
EKEL
(Kirmesekel), wird jedes Jahr von den Mitgliedern der Kirmesgesellschaft neu
gewählt. Repräsentant der Kirmes.
FRÜHSCHOPPEN
Nettes Beieinandersein am Kirmesmontag.
GRETEL
Hachenburger Kirmesfigur, findet sich im Wappen der Kirmesgesellschaft und
im Kirmeslied "Hat der Hans auch graue Haare" wieder. Siehe auch Hans.
HÄÄNDSCHEN
(Handschuhe) Teil des Krautordens.
HANS
Hachenburger Kirmesfigur, findet sich im Wappen der Kirmesgesellschaft und
im Kirmeslied "Hat der Hans auch graue Haare" wieder. Siehe auch Gretel.
HUI WÄLLER? - ALLEMOL!
Begrüßungsruf der Westerwälder, wobei der Grüßende "Hui
Wäller?" ruft und der Gegrüßte mit "Allemol!" antwortet.
ISCHEL
(Igel), Hachenburger Festspeise, welche alljährlich anlässlich der Kirmes
zubereitet wird. Den Tieren zuliebe nicht aus Igeln, sondern aus
Hackfleisch.
JAMMERTAL
Kosename für den vor langer Zeit eingemeindeten Stadtteil Altstadt.
KIRMESBAUM
wird jeweils am Kirmessamstag mit feierlicher Zeremonie auf dem Aalen Maat
aufgestellt.
KIRMESEKEL
siehe Ekel
KRAUTORDEN
Der Ursprung des Ordens liegt in der Zeit als im
Westerwald im Herbst zur Erntezeit die "Krauthoste" abgehalten wurde. Jungen
und Mädchen trafen sich um Zwetschgen, Birnen, Äpfel usw. zu Kraut zu
kochen. Dazu brauchte man einen "Menger" (großer Kochlöffel) zum Umrühren,
eine "Laaider" (Leiter), um in "dat gruuße Debben" (den großen Topf) zu
kommen, "Häändschen" (Handschuhe), weil alles sehr heiß war, und "Stiwwel"
(Stiefel) um im Debben alles kleinzustampfen. Derjenige, der sich bei dieser
Hoste besonders hervortat, bekam am Schluss den Krautorden aus Leder. Die
Kirmesgesellschaft übernahm diesen Brauch. Das Original des Krautordens
trägt der 2 Vorsitzende. Der Krautorden wird verdienten Mitglieder des
Vereins verliehen.
LAAIDER
(Leiter)Teil der Krautordens.
MENGER
(Umrührer) Teil des Krautordens.
MOUERSTRATZER
So werden die Hachenburger von den befreundeten
Bewohnern eines vor langer Zeit eingemeindeten Stadtteils (siehe unter A wie
Aalstärrer) genannt. Der Standardausdruck des viel zu früh verstorbenen
Ehrenekels Erich Lang (siehe unter A wie Aaschlecher)
wird ebenfalls auch gerne für die unter M wie Mouerstratzer aufgeführten
Personen verwendet.
Der gemeine Mouerstratzer zeichnet sich durch seinen spärlich bestickten
Kittel, aber auch durch das größte Volksfest der Region aus. Nichts desto
trotz finden sich die unter A wie Aalstärrer immer wieder gern im unter B
wie Burschgaaden beschriebenen aktuellen Standort des Zeltes ein. Vereinzelt
wurden sogar schon beim unter F wie Frühschoppen beschriebenen netten
Beieinandersein am Kirmesmontag Verbrüderungsszenen an der Theke beobachtet.
(Ausführungen einer unter A wie Aalstärrer beschriebenen Person beim
Altstadtkirmesmontagsfrühschoppenschlagabtausch)
NECKEREI
DAS Hachenburger Kirmeslied, auch "Äckerchen"
genannt.
OBERGREINER
Kosename für unseren verstorbenen Ehrenekel Erich Lang.
PRÄSES
(Präsident) 1. Vorsitzender unseres Vereins.
RÄÄN
(Regen) Das schlimmste, was uns passieren kann.
ROT/GELB
Die Farben der Stadt Hachenburg, und somit auch der
Kirmesgesellschaft.
SONN
(Gasthaus "Zur Sonne") Vereinslokal.
STADTSCHLÜSSEL
Wird beim Umzug am Kirmesmontag vom Bürgermeister
(meist nur unter Androhung von Gewalt) an die Kirmesgesellschaft übergeben.
STIWWEL
(Stiefel) Teil des Krautordens.
TRADITION
Ein Auszug aus den "Bestimmungen der Ordnung" des
Grafen Gerhard II. aus der Mitte des 15. Jahrhunderts belegt, dass in
Hachenburg schon seit langer Zeit Kirmes gefeiert wird: "Der kleine Zoll,
der auf den zwei Kirmestagen erhoben wird, gebührt der Stadt, ebenso der
Bierzins"
WAPPEN
Das Wappen der Kirmesgesellschaft Hachenburg zeigt den
Kirmesbaum mit Hans und Gretel, die miteinander tanzen. Im Hintergrund sind
die Türme der evangelischen und der katholischen Kirche zu sehen. Es wurde
im Jahr 1988 vom Hachenburger Töpfermeister Achim Reineck entworfen.
WESTERWALD-BRAUEREI
Hersteller eines köstlich schäumenden Getränkes,
welches sich auf unserer Kirmes großer Beliebtheit erfreut. Außerdem Sponsor
eines gemütlichen Beisammenseins der Kirmesgesellschaft am Dienstag nach der
Kirmes.
ZAPFENSTREICH, GROßER
Nicht etwa das Ende eines Kirmesabends, sondern
musikalischer Höhepunkt der Eröffnung der Kirmes auf
dem Aalen Maat. Ausgeführt vom Spielmannszug
Steinebach und dem Musikverein Siershahn.
