26.09.2017

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Stadt

Historie

Der Ursprung der Hachenburger Kirmes findet sich in den Kirmesmärkten des Mittelalters, die sich im Laufe der Zeit zu Kirchweihfesten und volkstümlichen Kirmessen entwickelten.

Im Jahre 1738 wurde in Hachenburg die neue Stadtkirche geweiht. Kirchweihdatum war der 15. August (Maria Himmelfahrt), an dem sich seitdem die Kirmes ausrichtet. Im Laufe der Zeit änderten sich die Bräuche und die Hachenburger Kirmes wurde zur Saalkirmes. Zu solch einer Saalkirmes wurde im Kreis-Amtsblatt des Kreisamtsbezirks Hachenburg vom 6. August 1850 ein
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Ab 1879 wurde die Hachenburger Kirmes dann zur Freiveranstaltung, unter anderem im Schützengarten. 1907 hieß es wörtlich: „Aufstellen des Kirmesbaumes durch junge Burschen“, was 1919 erstmals wieder nach dem ersten Weltkrieg, und mit vorausgehender Besprechung – also der ersten erwähnten Kirmesversammlung – durchgeführt wurde.

Kirmes 1912In Tracht gekleidet stellte die „Kirmesjugend“ im Jahr 1921 unter Lampionbeleuchtung den Kirmesbaum auf. 1926 wird erstmalig die Illuminierung des Alten Marktes erwähnt, die bereits 1935 mit einer wundervollen Kulisse von ca. 1.200 Kerzenlichtern rund 3.000 Kirmesgäste auf den Alten Markt lockte. 1938 feierte der Titel „Kirmesekel“ Premiere.

Am 1. Juli 1952 fand die Gründung der Kirmesgesellschaft Hachenburg als Verein statt. Nachdem bei einer Versammlung drei Wahlgänge die Frage nach dem Kirmesekel – zur Wahl standen Hans Becker und Karl-Heinz Christian – nicht klären konnten und ein Losentscheid abgelehnt wurde, schlug die Versammlung kurzerhand die Gründung eines Vereins mit dem Präsidenten Karl-Heinz Christian und dem Kirmesekel Hans Becker vor. Gesagt getan – der Gründung des Vereins Hachenburger Kirmesgesellschaft mit dem Zweck der „Pflege des heimatlichen Brauchtums insbesondere als Träger und Ausrichter der Hachenburger Kirmes“ wurde mehrheitlich zugestimmt.

Kirmes 1963Mit der Vereinsgründung 1952 wurde erstmals ein 800 Quadratmeter großes Festzelt aufgebaut. Kirmes 1949 - Wilhelm Lück, Jupp WeblerHauptproblem für die Kirmesgesellschaft war es in den Folgejahren, einen geeigneten Platz für Festzelt und Rummelplatz zu finden. Der Burggarten, der von der Stadt 1963 für die bevorstehende 650-Jahrfeier umgestaltet wurde, bot sich von vorneherein an. Jedoch wurde 1965 beschlossen, auf dem Festplatzgelände drei neue Tennisplätze zu bauen. Die Kirmesveranstaltung musste weichen. 1967 beschloss der Stadtrat, das Gelände an der Straße „Am Schwimmbad“ als Festplatz zur Verfügung zu stellen. Der Platz war aber von Anfang an zu klein und ließ laute Geräusche weit in die Wohnviertel hinein schallen. Gegen den Beschluss des Stadtrates, den ehemaligen Sportplatz am Oberbach als Festplatz zu nutzen, protestierte die Kirmesgesellschaft 1968 mit deutlichen Worten, man sehe sich aus Platzgründen nicht in der Lage, dort die Kirmes auszurichten.

1971 wurde auf Drängen der Kirmesgesellschaft der Schützenplatz an der Alpenroder Straße zum Festplatz erkoren. Dies verbesserte die Situation zwar, doch auch hier stießen die Möglichkeiten bei steigendem Erfolg der Kirmes schnell an ihre Grenzen.

Kirmes 1994Den gährenden Wunsch des Vorstandes der Kirmesgesellschaft, das Festzelt und den Rummelplatz endlich wieder in den Burggarten zu verlegen, gelang 1994 auf eine Weise, die ein Paradebeispiel dafür ist, auf welch originelle Art Kommunalpolitik und Kirmesaktivisten miteinander umgehen:
Der damalige Bürgermeister Hendrik Hering begegenete dem Antrag der Kirmesgesellschaft unter dem damaligen Präsidenten Volker Müller rhetorisch und sagte, die dafür notwendige Erweiterung des Festplatzes könne nur unter der Bedingung versprochen werden, wenn jedes Mitglied der Kirmesgesellschaft 30 Schubkarren Erde von der Westrandstraße zum Burggarten karren werde.
So etwas ließ man sich natürlich nicht zweimal sagen und symbolisch marschierten die Blaukittel bei strömendem Regen mit vollen Schubkarren durch die Stadt. Das Resultat: Das große Festzelt und der angeschlossene Rummelplatz durften fortan im Burggarten zwischen dem Schatten- und Lichtspiel unter dem berauschenden Grün der Laubbäumeihren neuen Platz zur Hachenburger Kirmes einnehmen.